Meinen Schülerinnen und Schülern
und Ludwig gewidmet.
Diese Sammlung ist aus Gesprächen im Philosophie-Unterricht entstanden. Viele Fragen stammen von den klugen Schülerinnen und Schülern, die ich jeden Tag die Ehre habe zu unterrichten.
Was ich an diesen Fragen mag: Es sind Fragen, die dazu angetan sind, sie nicht mit einem Satz und nicht ein für allemal zu beantworten. Man kann sie wenden, gegen das Licht halten und sie sich — und anderen — immer wieder stellen.
Viele der Fragen stammen aus einem Gesprächsspiel, das ich immer wieder gerne spiele.
Das Spiel „Ludwig“
Die Inspiration für diese Fragen ist ein Spiel, das ich „Ludwig“ genannt habe. Es geht so: Jede und jeder schreibt zwei, drei Fragen auf — Lebensfragen, die zum Nachdenken anregen.
Dann werden alle Fragen auf einen Stapel gelegt, und reihum zieht eine Person eine Frage, denkt in Ruhe nach und sagt, was ihr dazu einfällt. Danach lädt sie die anderen mit der Formulierung „Wer hat noch Gedanken zu der Frage?“ in die Runde und moderiert ein kurzes Gespräch darüber.
Übrigens …
Übrigens muss eine Frage nicht beantwortet werden. Wenn einer Person zu einer Frage nichts einfällt, wenn sie zu persönlich ist oder wenn sie sie einfach gerade nicht beantworten will, kann sie eine andere Frage ziehen oder an die nächste Person weitergeben.
Übrigens ist es Absicht, dass eine Person auch die Frage beantworten darf, die sie selbst formuliert hat. Das führt dazu, dass jede und jeder Fragen stellt, die sie oder er selbst interessant findet — aber auch nicht zu persönlich, um sie zu beantworten.
Tipps
- Lasst euch Zeit zum Formulieren der Fragen. Sie sind mindestens so wichtig wie die Antworten.
- Lasst euch Zeit zum Nachdenken. Aber habt auch Mut, laut nachzudenken. Man muss keine fertige Antwort haben, um etwas zur Frage zu sagen.
„Ludwig“ heißt dieses Spiel in Erinnerung an einen alten Bekannten, dem die Fragen nie ausgingen. Als ich zuletzt von ihm gehört habe, war er Staatsanwalt irgendwo in Nordrhein-Westfalen. Er sei hiermit gegrüßt.